Der heilige Antonius (1195–1231) arbeitete eifrig daran, jene zu bekehren, die nicht an die reale Gegenwart Jesu in der Eucharistie glaubten, weil er aufrichtig Mitleid mit ihnen hatte. Er erkannte, dass sie sich selbst des kostbarsten Geschenks der Eucharistie beraubten, und er war überzeugt, dass niemand lange ohne diese geistliche Nahrung bestehen kann.
Oft wurde er gerufen, um die Dogmen unseres Glaubens gegen Häretiker zu verteidigen, besonders gegen die Albigenser, die sich im Süden Frankreichs und im Norden Italiens ausbreiteten.
Doch allein mit theologischen Argumenten konnte man jene, deren Geist durch Stolz und Unwissenheit verschlossen war, nicht überzeugen. Unser Heiliger stellte ihnen daher das unwiderstehliche Argument der Wunder vor.
Während seiner Reisen durch eine Stadt namens Rimini trat der heilige Antonius mit einem besonders hartnäckigen Häretiker in ein Gespräch. Dieser Mann weigerte sich beharrlich, das Geheimnis der Transsubstantiation anzuerkennen, da er nach den Wandlungsworten keine Veränderung der sakramentalen Gestalten wahrnahm.
Vergeblich brachte Antonius Beweise aus Schrift und Tradition vor. Als seine Bemühungen an der sturen Hartnäckigkeit seines Gegenübers scheiterten, beschloss er, seine Strategie zu ändern.
„Du besitzt“, sagte er zu dem Mann, „ein Maultier, das du oft reitest. Ich werde ihm eine konsekrierte Hostie zeigen; wenn es vor dem Allerheiligsten niederkniet, wirst du dann die wirkliche Gegenwart des Erlösers unter seiner eucharistischen Gestalt anerkennen?“
„Gewiss“, antwortete der Ungläubige, überzeugt davon, dass ein solcher Versuch zum Nachteil des Apostels ausgehen würde.
Die beiden Männer vereinbarten, sich drei Tage später auf dem Marktplatz wiederzutreffen. Dann gingen sie auseinander, jeder, um sich auf seine Weise auf den geistlichen Wettstreit vorzubereiten.
Der Häretiker entzog seinem Tier drei Tage lang jegliche Nahrung, um den Sieg sicherzustellen. Unser Heiliger hingegen wählte mildere Mittel und bereitete sich auf seinen sicheren Sieg vor, indem er seine gewohnte Gebetszeit verdoppelte.
Am festgesetzten Tag und zur vereinbarten Stunde verließ Antonius die Kirche und trug ein Ziborium in seinen Händen. Der Skeptiker erschien und führte das ausgehungerte Tier am Zügel.
Eine große Menschenmenge hatte sich auf dem Platz versammelt, neugierig auf dieses außergewöhnliche Schauspiel. Mit einem Lächeln auf den Lippen, überzeugt, den Sieg bereits errungen zu haben, legte der Zweifler dem Tier einen Sack Hafer vor.
Während alle in gespannter Erwartung zusahen, wandte sich das hungrige Tier von dem angebotenen Futter ab und richtete sich stattdessen auf die heilige Hostie, die der Wundertäter hochhielt. Mit einer für seine Art ungewöhnlichen Anmut beugte sich das Lasttier tief zur Erde und erwies seinem Schöpfer die gebührende Ehre. Es richtete sich nicht wieder auf, bis der Heilige ihm die Erlaubnis dazu gab.
Man kann sich leicht vorstellen, welche Wirkung dieses Wunder hervorrief. Ein Jubel brach unter der versammelten Menge aus, und viele bekreuzigten sich, um ihren Glauben an das zu bekräftigen, was sie soeben gesehen hatten.
Der Häretiker hielt sein Wort und bekehrte sich. Auch mehrere andere, die seinen hartnäckigen Unglauben geteilt hatten, nahmen diesen wunderbarsten Beweis für die reale Gegenwart unseres Erlösers unter seinen Geschöpfen an.
Quelle: americaneedsfatima.org
Foto: By Pfarrei Egg – Pfarrei Egg, CC BY-SA 3.0, wikimedia.commons.

